Aller Anfang ist schwer – Laufen nach der Laufpause (02.07.2016)

Die Beine brennen. Ich will nicht mehr. Ich fühle mich völlig ausgepumpt. Das letzte Stück geht nur bergauf. Aber tief in meinem Inneren weiß ich, warum ich laufe…

Ich laufe regelmäßig seit 10 Jahren. Und trotzdem gibt es manchmal Laufpausen, die länger sind als zwei Wochen. Diesmal hat es mich im Mai und Juni erwischt. Extrem viel zu tun auf der Arbeit, Dienstreise, Bronchitis. Und dann habe ich noch den Wiedereinstieg ins Training verschoben.

Das waren – außer der Bronchitis – alles nur Vorwände. Ich wollte nicht laufen. Seit ich vor einem Jahr mit „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren angefangen habe geht das schon so. Das Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht tut mir gut. Ich bin ein großer Fan davon. Die meisten Trainings machen mir sogar Spaß. Aber 4mal in der Woche Krafttraining und 4mal Laufen? Ich habe es probiert, aber ich war nur noch müde und schlapp.

Dann gibt es noch meine dritte Sportart: Windsurfen! Genial! Wenn ich surfe, brauche ich einen starken und ausgeruhten Körper. Für halbe Sachen bin ich einfach nicht gut genug. Auch, wenn Surfer immer so lässig aussehen, wenn sie gekonnt auf dem Board stehen: wenn es richtig abgeht, ist das tierisch anstrengend für die Ausdauer und die Kraft – zumindest, wenn man es wie ich noch nicht so perfekt kann.

Aller Anfang ist schwer - laufen, Läufer im Herbstwald

Ich wollte wirklich nicht laufen. Durch den Winter habe ich mich mit 2mal in der Woche 40 Minuten zu laufen gebracht. Wenigstens Kontakt halten. Die Beine sollen nicht vergessen, wie das geht. Und bei Null wieder anzufangen, tut einfach zu weh.

Ab März war ich nur noch laufen, wenn ich eine Verabredung mit meinem Laufkumpel hatte. Das war hart. Wenn wir zwischen zwei Läufen 2 Wochen Pause hatten. Denn er hat zwischendurch weitertrainiert.

Dann kam die Bronchitis. Ein starker Grund, gar nicht zu laufen. Das passte perfekt. Ich wollte ja auch nicht laufen. Ich hatte sogar einem Kollegen meine Laufuhr geliehen für mehrere Wochen. Aber damit war ich völlig raus aus dem Lauftraining. Der Neustart würde hart werden.

Noch vor 1 1/2 Jahren sah das ganz anders aus: Die vier Trainings pro Woche gingen mir einfach von der Hand. Ich war richtig gut drin. Ich überraschte mich mit tollen letzten Kilometern auf Strecken bis zu 16 Kilometern. Mit breitem Grinsen ging ich nach solchen Läufen zur Arbeit. Der Stolz war groß. Ich war richtig gut in Form. Und da will ich wieder hin.

Aller Anfang ist schwer. Jetzt ist es soweit. Ich weiß, wie Anfangen geht: jeden zweiten Tag laufen und erstmal nichts wollen. Zwei drei Wochen lang erstmal ein paar Kilometer machen. Die Uhr zuhause lassen. Nicht aufs Tempo drücken. Den Muskelkater annehmen. Früher schlafen gehen. Aber dranbleiben. Das ist der Plan. Und das ist der erste Schritt. Ein wichtiger Schritt. Und trotzdem ist es schwer….


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