Neustart mit einigen Hindernissen

Anders als bei vielen Tätigkeiten braucht die Verbesserung des Trainingszustandes beim Sport viel Zeit, in der man eigentlich nicht viel machen kann. Wenn ich 4mal in der Woche laufe, ist das für mich ein gutes Maß. Mehr zu trainieren, macht mich nicht schneller fit, sondern nur müde und schlimmstenfalls verletze ich mich.

Ich denke beim Lauftraining gerne an das Wachstum einer Pflanze. Man muss einfach regelmäßig gießen. Aber daneben zu stehen und auf die Pflanze zu starren, um das Wachstum mitzuerleben, bringt überhaupt nichts. Übertragen auf das Training heißt das für mich: Training durchziehen und in der Zwischenzeit nicht daran denken. Nach ein paar Wochen kann man dann, Dank Laufuhr, aber einen wirklichen Unterschied messen und meistens auch spüren.

Mein Plan war einfach…

  1. Woche: 4 mal 5km laufen – Tempo egal
  2. Woche: 4 mal laufen zwischen 5 und 7km, verschiedene Streckenlängen
  3. Woche: 4 mal laufen zwischen 6 und 8km, verschiedene Streckenlängen, darunter 1x mit Fahrtspiel (Laufen mit Tempowechseln)
  4. Woche: 3 mal laufen, etwa 5, 5 und 8km

Danach wollte ich dann weiter planen.

Das war nicht mein erster Wiederanfang nach einer Laufpause. Ich hatte also schon Erfahrung damit, wie es sich anfühlt, wieder in die Gänge zu kommen. Einfach Augen zu und durch. Die ersten 2-3 Wochen sind blöd, man fühlt sich schlapp, langsam, schwerfällig. Aber dann wird es besser.

Hinzu kam, dass ich meinem Kollegen meine Laufuhr geliehen hatte. Der wollte damit noch einen Volkslauf bestreiten. Also musste ich ohne Laufuhr in das Training starten.

Natürlich bin ich ein totaler Fan von Training mit Laufuhr! Ich mag es, genaue Daten zu haben und mich mit der Verbesserung, die ich immer irgendwo finde, zu motivieren. Für meine erste Laufwoche nach der Pause fand ich das aber ganz charmant, ohne Uhr zu laufen. Es war klar, die Zeiten und Pulswerte würden mies sein. Und so bin ich einfach meine 5km-Runde gelaufen, ohne Tempo und Puls zu checken.

So ungefähre Zeiten habe ich dann doch. Vor dem Start und nach dem Laufen habe ich noch schnell die Zeiten auf dem Backofen gecheckt und 2 Minuten abgezogen :smile:.

  • 30. Juni: 5km in 38min, 7:45 min/km
  • 2. Juli: 5km in 38min, 7:45 min/km
  • 4. Juli: 5km in 36min, 7:21 min/km
  • 6. Juli: 5km in 36 min, 7:21 min/km

Das ist schon eine gedehnte Woche, aber der Anfang war gemacht. Soweit so gut.

Dann kam ein dickes Wochenende mit extrem vielen Terminen und keine Zeit zu laufen. Die nächste Verzögerung.

Endlich wieder mit Laufuhr trainieren!

In der Zwischenzeit hatte ich die Laufuhr, ich habe einen Forerunner 220, von meinem Kollegen zurückbekommen. Also ging es weiter:

  • 12. Juli: 7,44km in 7:21 min/km – langsam, mir steckte noch das Wochenende in den Knochen
  • 14. Juli: 7,44km in 7:18 min/km – aber mit Verletzung.

Nach gut 1,5 km hatte ich ein deutliches Zwicken am linken oberen Beckenkamm. Da ist vermutlich eine Sehne angewachsen und genau diese Stelle machte sich bemerkbar. Dort hatte ich noch nie Probleme! Der Schmerz war nicht groß, also bin ich normal zu Ende gelaufen.

Nachträglich wurde der Schmerz größer. Es schmerzte schon beim normalen Gehen, aber insbesondere beim Treppensteigen. Mir war klar, dass das erst ausheilen muss. Laufpause!

Nächster Anlauf

Endlich Sommerferien! Endlich Urlaub! Gleich am ersten Schulferientag sind wir losgefahren, die Laufsachen im Gepäck. Nach einigen Tagen bei einem schnellen Wechsel über eine Straße viel mir auf, dass nichts mehr schmerzt und ich nahm mir den nächsten Lauf für den nächsten Morgen vor.

  • 24. Juli: 5km in 9:05 min/km

O je, so langsam war ich noch nie!!! Ich wollte wirklich nicht aufs Tempo drücken und bin langsam langsam langsam gelaufen. Normalerweise heißt das bei mir 7:20 min/km.
Graureiher waatet am Flußufer
Der Pulswert war so niedrig, dass es vermutlich gar keinen großen Trainingseffekt hat. Andererseits – und da bin ich wieder froh über die Werte, die mir die Laufuhr angibt, ist mein Herz-Kreislauf-System nicht in schlechtestem Trainingszustand. Und: die verletzte Stelle hat gehalten, das zählt. Außerdem ist es Hochsommer und ich hatte morgens bei meinem Lauf schon knapp 20 Grad.

Gerade bin ich zwischen Köln und Siegen und kann an der Sieg laufen, was sehr schön ist. Neben der Abwesenheit von Ampeln und Autos, den Wegen mit extrem wenig Steigungen (das finde ich für den Anfang schon ganz praktisch), gibt es dort auch immer wieder schöne Natur anzusehen. Ich freue mich immer über jeden Graureiher.

Und auf zum nächsten Lauf, wegen der Hitze wieder früh morgens:

  • 25. Juli: 5km in 7:37 min/km

Das Paradies! Innerhalb von 24h eine Steigerung von fast 90 Sekunden pro Kilometer! Ein solches Erfolgserlebnis hat man nur am Anfang. Die Pulswerte, die mir meine Laufuhr anzeigt, sind immernoch extrem moderat, so dass ich – das Ausbleiben einer weiteren Verletzung vorausgesetzt – bestimmt noch schöne Verbesserungen in den nächsten 2 bis 3 Wochen verbuchen kann. Ich freue mich drauf. Und morgen ist Laufpause!


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